Mittwoch, 19. Juni 2019 10:22 Uhr

Wirtschaftsjunioren Paderborn + Höxter: Es fehlt an den Grundlagen und an Mut

Paderborn (red). Digitalisierung ist ein Schlagwort, das aus dem aktuellen Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken ist. Die Wirtschaftsjunioren Paderborn + Höxter haben sich in ihrem diesjährigen Sommergespräch unter dem Motto „Intelligente Automation. Zwischen Hype und Realität“ damit auseinandergesetzt, ob genau dadurch nicht der Blick für das Wesentliche verlorengeht. Hauptreferenten auf dem Gut Ringelsbruch in Paderborn waren Hendrik Koch und Reinhard Frigger von der international tätigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.

Beide Gastredner, die in ihrer Praxis täglich den Umgang von Unternehmen mit der durch die Digitalisierung bereits ausgerufenen industriellen Revolution 4.0 erleben, warben dafür, das Thema wieder auf ein vernünftiges Maß herunterzuschrauben. „Wenn man ehrlich ist, dann haben wir in Deutschland vielleicht gerade einmal die zehn Prozentmarke der Möglichkeiten erreicht, welche uns die Digitalisierung bietet. In vielen Unternehmen fehlt es noch an den Grundlagen und am Mut zu den nächsten Schritten“, so Koch in seiner Einschätzung. Angst vor den Veränderungen der Unternehmensstruktur und vor den Veränderungen für die Mitarbeiter, würden Firmenchefs oftmals zögern lassen, auf Digitalisierung zu setzen. Häufig werde ihr aber auch noch mit einer gewissen Naivität gegenübergetreten. „Die Digitalisierung bietet viele Chancen, aber eben auch Risiken, wenn zum Beispiel Daten nicht gesichert oder Virenprogramme nicht aktuell sind. Klingt banal, ist aber in vielen Unternehmen noch ein großes Problem“, betont Koch.

Auch Reinhard Frigger forderte dazu auf, beim Thema Digitalisierung genau hinzuschauen: „Wir wollen, dass Maschinen selbständig lernen, um danach Dinge ausführen zu können. Die Prozesse hinter der künstlichen Intelligenz sollten wir aber schon noch überblicken können.“ Aus seiner Sicht dürfe es beim Thema Digitalisierung nicht darum gehen, Mitarbeiter durch Maschinen zu ersetzen, sondern es den Menschen durch Fortbildungen, Kommunikation und Training zu ermöglichen, auf einem höheren Niveau, als bisher zu arbeiten. „Wenn wir das schaffen, dann haben wir schon viel erreicht, in den nächsten Jahren. Wir sind in gewissen Bereichen digital, brauchen aber noch nicht über Flugtaxis nachzudenken, wie es Teile der Politik bereits machen. Es geht aktuell um die Grundlagenarbeit“, so Frigger.

Ein Schlusswort ganz im Sinne von Christian Hake, dem ersten Vorsitzenden der Wirtschaftsjunioren Paderborn + Höxter: „Digitalisierung muss für die Möglichkeit des bedarfs- und lösungsorientierten Arbeitens stehen.Auf dieser Basis kann KI ein effektives Mittel für Unternehmen sein.“ Mit Lars Arendt, Fabian Böddeker, Matthias Dziewior, Dr. Giovanni Provenzano, Sabrina Schepers, Ludmila Stepanova, Nina Schweninger, Richard Kleeschulte und Maximilian Kleeschulte konnte Hake im Rahmen der Veranstaltung zudem einige Neumitglieder im Kreis der Wirtschaftsjunioren begrüßen.

Foto: Heinemann

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