Kreis Höxter (ksb) Die wohl ungewöhnlichste Mitgliederversammlung seit Bestehen des Kreissportbundes Höxter fand in diesen Tagen im Konferenzraum des Kreishauses statt. Der Vorstand saß auf Abstand und vor dem Treffen negativ getestet, aber Gäste und die Mitglieder waren virtuell zugeschaltet. Zwei wichtige Vorstandspositionen mussten neu besetzt werden, die übrige Tagesordnung konnte Vorsitzender Reiner Stuhldreyer zügig abarbeiten.

Die Mitgliederversammlung 2020 musste coronabedingt komplett ausfallen, so dass man die jetzt anstehende langfristig anders planen konnte. Im Kreishaus fand sich ein geeigneter, technisch komplett ausgestatteter Konferenzraum und die Teilnehmer konnten sich via Zoom zuschalten. In seiner Begrüßung ging KSB-Vorsitzender Reiner Stuhldreyer nach Videobotschaften von Landrat Michael Stickeln und dem Landtagsabgeordneten Matthias Goeken auf die besondere Situation der von der Pandemie betroffenen Zeit ein. Viele sonst übliche Veranstaltungen, wie z.B. der Weser-Triathlon 2020 und 2021, sowie Aus- und Fortbildungen fielen dem Virus zum Opfer, was sich wiederum auf die Finanzplanung auswirkte. Geschäftsführer Thorsten Schiller: „In Absprache mit Finanzvorstand Mareen Heidemann mussten wir zum Ausgleich des Haushaltes 2020 aus der Rücklage einen Betrag von über 5000 Euro zuschießen.“ Kassenprüferin Gisela Lattrich attestierte eine einwandfreie Finanzführung und bat um Entlastung des Vorstandes. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt kam der KSB Höxter im Bereich der Mitgliederentwicklung durch die Schließung aller Sportanlagen noch glimpflich davon: „Die Zahl der Mitgliedsvereine ist durch Fusionen erwartungsgemäß gesunken,“ so der 2. Vorsitzende Gerd Thöne. „Aber die Vereine im Kreis Höxter haben im letzten Jahr rund 1.200 Mitglieder verloren, was noch wenig ist.“ In Ballungsgebieten sei der Schwund noch höher, denn dort sei die Bindung an den Verein nicht so hoch, man betrachte den Sportverein oft als zeitbegrenzten Anbieter.

Turnusgemäß stand in diesem Jahr die Neuwahl des gesamten Vorstandes an. Wahlleiter Günter Kohaupt fuchste sich erfolgreich durch die schwierige Situation einer Online-Wahl per Mobil-Telefon und konnte kurz darauf die einstimmige Wiederwahl von Reiner Stuhldreyer verkünden. Schon in seinem Tätigkeitsbericht hatte Gerd Thöne, im ehrenamtlichen Vorstand zuständig für die Vereins- und Geschäftsführung, mit sichtlich belegter Stimme verkündet, dass er aus gesundheitlichen Gründen nach nur acht Jahren ausscheiden muss, schlug aber als seinen Nachfolger Johannes Reineke aus Nieheim vor. Auch diese virtuelle Wahl erfolgte genau so einstimmig wie die der übrigen Vorstandsmitglieder: Nadine Deppe (2. Vorsitzende, Ressort Breiten- und Gesundheitssport), Ludger Spiegelberg (2. Vorsitzender, Ressort Breitensport und Integration), Mareen Heidemann (Finanzvorstand), Winfried Gawandtka (Medienreferent) und Rudi Hake als Qualifizierungsbeauftragter.

„Nach 35 Jahren darf auch mal Schluss sein,“ zog Manfred Menzel (fast 87) die symbolische Reißleine und stand für die Position des Sportabzeichenbeauftragten nicht mehr zur Verfügung. „Obwohl du es schon lange angekündigt hast,“ tat sich KSB-Chef Stuhldreyer recht schwer, „wir können es eigentlich gar nicht glauben, dass du aufhören willst.“ Mit warmen Worten ließ er die dreieinhalb Jahrzehnte der Zusammenarbeit mit Manfred Menzel vorüberziehen. „So lange wie du ist keiner von uns in diesem Gremium gewesen.“ Denn diese Tätigkeit sei eine der umfangreichsten und arbeitsintensivsten im ganzen Vorstand; trotzdem gelang es, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Der Wahl von Hermann Nutt (HLC Höxter) gab die Versammlung dann auch ihr einstimmiges Votum. Mit dem Versprechen einer ausführlichen Abschiedsfeier nach der Pandemie überreichte der Vorsitzende an die beiden scheidenden Vorstandsmitglieder einen Präsentkorb mit heimischen Produkten. Als neue Kassenprüfer fungieren Stefan Risse (TuS Ovenhausen), Roland Vornholt (SV Fürstenau/Bödexen) und Jan Ewe (TTV GW Daseburg).

Fotos: KSB