Beverungen (red). 30 hochkarätige Acts aus den USA, Kanada, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz und Deutschland formen das Line-up des traditionsreichen Festivals, das vom 22. bis 24. Mai 2026 am Pfingstwochenende stattfindet.
Im idyllischen OBS-Garten im ostwestfälischen Beverungen wird erneut eine Bühne für Entdeckungen, Begegnungen und musikalische Grenzgänge geschaffen.
Seit seiner Gründung 1997 gilt das Orange Blossom Special als eine der persönlichsten und charmantesten Adressen im deutschen Festivalkalender – ein Ort, an dem Nähe, Qualität und kuratorische Handschrift wichtiger sind als Größe, Lautstärke und musikalisches Einerlei.
Ein Programm als Manifest der Vielfalt
Die Ausgabe 2026 liest sich wie ein bewusst komponiertes Klangpanorama: Indie-Rock trifft auf Singer-Songwriter, Post-Punk auf Pop und Avantgarde. Ergänzt wird das musikalische Spektrum durch Lesungen, experimentelle Formate und einen Überraschungs-Act – längst ein charakteristisches Markenzeichen des Festivals.
Veranstalter und Booker Rembert Stiewe versteht die Programmzusammenstellung als ästhetisches Konzept:
„Erfahrung, Bauchgefühl, Entdeckergeist und auch ein gewisser missionarischer Eifer leiten mich. Viele Gäste sind ausgewiesene Musikliebhaber*innen – dennoch möchte ich allen mindestens drei oder vier Bands präsentieren, die sie vorher nicht kannten und die anschließend zu ihren Favoriten zählen.“
Seine kreative Leistung liege in der Dramaturgie:
„Es geht darum, einen Stimmungsbogen zu schaffen, einen musikalischen Flow. Die Bandbreite ist gewachsen – von Indie-Rock über Singer-Songwriter bis Post-Punk und darüber hinaus. Aber beliebig wird es nie. Das OBS ist kein kleinster gemeinsamer Nenner, sondern eher ein spannendes Spezialitätenbüfett.“
Von Punkrock bis zu poetischem Songwriting
Die härtere Fraktion vertreten in diesem Jahr unter anderem die Punkrock-Institution Turbostaat, die Garage-Rocker von Bikini Beach, Maria Iskariot aus Belgien sowie die niederländischen Post-Punk-Bands Tramhaus und Grote Geelstaart. Freund*innen klassischen Songwritings dürfen sich auf die US-Amerikanerinnen Frazey Ford und Alela Diane, ihren Landsmann Israel Nash sowie Jerry Leger aus Kanada freuen. Aus Deutschland kommen mit Herrenmagazin, Marlo Grosshardt, Nils Keppel, Gringo Mayer und Die Kegelband, Blush Always, Schnuppe, Lener, Animat, Honig, Agassi, Stoic Mind, Schreng Schreng & La La und Willow Parlo einige der spannendsten Indie-Acts derzeit. Die britische Formation Man/Woman/Chainsaw gilt laut BBC und einhelliger britischer Musikpresse als derzeit aufregendste Live-Band Londons. Worries And Other Plants und Mel D aus der Schweiz sowie Wrest aus Schottland – sie beschließen den OBS-Sonntag – verbinden eindringliches Songwriting mit atmosphärischem Indie-Rock. Mit Kekse & Kakao ist zudem eine unterhaltsame Band für Kinder und Familien dabei. Für die Lesebühne konnten der Spiegel-Bestsellerautor Dominik Bloh sowie das Berliner Musikjournalistinnen-Duo Zwischen Zwei Und Vier gewonnen werden. Ergänzt wird das Programm durch Workshops, gemeinsame Wanderungen, Sportangebote und zahlreiche familienfreundliche Aktivitäten.
„Indie-Schlaraffenland“ mit Haltung
Das OBS ist nicht nur für sein Programm bekannt, sondern auch für sein nachhaltiges Veranstaltungskonzept und eine außergewöhnlich hohe Servicequalität. „Die Menschen sollen hier unbeschwert Musik erleben können – ohne die üblichen Ärgernisse großer Events“, betont Stiewe. Das Musikmagazin DIFFUS bezeichnete das Festival als „Indie-Schlaraffenland“. Tatsächlich setzt das OBS Maßstäbe: zahlreiche Schatten- und Regenschutzplätze, kostenloses Trinkwasser, kurze Wege, gratis Sonnenschutzmittel, großzügige Fahrradparkplätze, mehrfach täglich gereinigte Sanitäranlagen, kostenfreie Hygieneartikel, Gehörschutz-Verleih sowie Wickel- und Stillmöglichkeiten gehören ebenso dazu wie geschultes, freundliches Personal und minimale Wartezeiten.
Auch das gastronomische Angebot übertrifft für ein Festival dieser Größe die Erwartungen – qualitativ wie quantitativ. „Wir möchten den Menschen für drei Tage das Gefühl geben, auf einem anderen Planeten zu sein“, so Stiewe. „Großartige Musik, großartige Atmosphäre, großartige Menschen.“
Lebenstankstelle mit Philosophie
Das diesjährige Motto „Lebenstankstelle“ kommt nicht von ungefähr. Viele Gäste beschreiben das OBS als bewusste Auszeit vom Alltag – als Festival mit hohem Erlebniswert und liebevoll kuratiertem Charakter. Die Philosophie dahinter ist klar formuliert: Alle Beteiligten – Musiker*innen, Publikum, Crew und Dienstleister – sollen behandelt werden wie Gäste, die man zu sich nach Hause einlädt - und sich auch so fühlen. Respekt, Gleichbehandlung und Verantwortungsbewusstsein prägen das Miteinander. „Das Publikum ist für uns keine anonyme Masse, kein Zahlvieh“, sagt Stiewe. „Das OBS ist ein besonderer Ort.“
Maximale Flexibilität für Besucher*innen
Um größtmögliche Planungssicherheit zu gewährleisten, sind sämtliche Tickets bis acht Tage vor Festivalbeginn kostenfrei stornierbar. Der Kauf ist automatisch versichert – „ falls also etwas dazwischenkommen sollte, so können die Karten ohne bürokratischen Aufwand und auch ohne ein ärztliches Attest zurückgegeben werden – weder Käufern noch uns erwächst dadurch ein Nachteil“, so die Veranstalter.
Alle Infos zum VVK: https://orangeblossomspecial.de/tickets/
Das komplette Line-Up: Agassi | Alela Diane | Animat | Bikini Beach | Blush Always | Dominik Bloh (Lesung) | Frazey Ford | Gringo Mayer und die Kegelband | Grote Geelstaart | Herrenmagazin | Honig | Israel Nash | Jerry Leger | Kekse & Kakao | Lener | Man/Woman/Chainsaw | Maria Iskariot | Marlo Grosshardt | Mel D | Nils Keppel | Schnuppe | Schreng Schreng & La La | Stoic Mind | surprise act | Tramhaus | Turbostaat | Willow Parlo | Worries and Other Plants | Wrest | Zwischen Zwei und Vier
Foto: Dennis Schinner